Penny Dreadful – a short notice (Series 1)

PennyDreadful

Neben „Daredevil“ und „Unbreakable Kimmy Schmidt“ zu denen ich noch kommen werde und „A Young Doctors Notebook“ ist „Penny Dreadful“ die vierte Serie die ich mir jetzt über ein paar Folgen lang bei Netflix angeschaut habe. Und was soll ich sagen außer „here are my votes“.

Der Serientitel ist den gleichnamigen Horrormagazinen aus dem viktorianischen England zu verdanken, deren Inhalt aus fiktiven Kurzerzählungen bestand. Die Hauptfiguren waren stets eine Mischung aus bekannten literarischen Protagonisten und urbanen Mythen. Billige Schocker, allein für die schnelle Unterhaltung geschrieben. Schund. Jeder wusste es aber alle liebten es.

Und nun ist „Penny Dreadful“ der serieneske Versuch diese Groschenromane auf die Serienmatscheibe zu bekommen. Mit bekannter Besetzung wie Timothy Dalton, Billie Piper und Josh Hartnett. Auch die Nebenrollen sind schauspieltechnisch mehr als passend besetzt. Schauspiel at its best. Hervorheben muss man Eva Green als Vanessa Ives, sie spielt sich wahrlich die Seele aus dem Leib. Krasse Performance.

John Logan, der Autor der Serie, hat sie sich hier seinen eigenen Kindergeburtstagswunsch erfüllt: seine Lieblingsfiguren und Monster in einer einzigen Handlung. Miteinander, gegeneinander. Dies alles in einem passenden Setup, in einer Melange des dreckigen Londons dieser Zeit, welches für sich schon allein ausreichend abstoßende Figuren genug auf die matschigen Wege entlang der zahlreichen Rinnsale gespuckt hätte und seine kreativen Ideen mit den bekannten literarischen Figuren. Wahrlich er mixt gekonnt.

Im Mittelpunkt seines Mixes haben wir einen adligen Afrikaforscher, Sir Malcom Murray, sowie Vanessa Ives, so etwas wie seine Assistent und Beraterin bei seinem größten Forschungsprojekt: der Suche nach seiner entführten Tochter, entführt von mysteriösen Wesen die man am besten mit Vampiren bezeichnen könnte. Ihnen zur Seite gestellt wird ihnen niemand geringeres als Dr. Frankenstein und so etwas wie Buffalo Bill, hier heißt er aber Ethan Chandler. Und dann hätten wir noch Dorian Gray mitsamt seinen Bildern. Vanessa Ives ist ein Medium, eine Hellseherin, eine undurchsichtige Person. Allein schon durch ihre Haltung absolut kompatibel zur aristokratischen Zeit. Ethan Chandler ist ein amerikanischer Revolverheld, den Ives aus einem Wanderzirkus in die Handlung geholt hat. Diese Mixtur wird dann noch umrahmt mit einem grausamen Serienmörder, der Erinnerungen an Jack the Ripper wieder aufleben lässt – Körperteile säumen seinen Weg.

Aber auch Ethan Chandler scheint sein eigenes Geheimnis zu wahren. Und man kommt recht schnell auf einen Nenner: Werwölfe. Und es gibt mehr als ein Zeichen in den ersten Folgen, dass Ethan mehr zu tun hat mit den Serienmorden als reine Staffage. Die interessanteste Figur neben Ives scheint aber Caliban darzustellen, die erste Schöpfung von Frankenstein. Der Phantom der Oper gleich in einem Theater arbeitet und seinen Schöpfer zwingt ihm eine Gefährtin zu bauen. Gespickt wird das alles noch mit Rückblicken auf die Jugendjahre der Tochter und Vanessa, ihre ehemals beste Freundin, sowie von Frankensteins Kindheit.

Inhaltlich dreht es sich mal um die Suche nach der Tochter, dann wieder um den Serienmörder und dann wieder ein wenig um Dorian Gray und seine Geschichte. Und dann wieder mal um alles gemixt. Ich vermute auch ganz stark dass die einzelnen Handlungsstränge am Ende zusammenfinden werden. Klar. Ist zu vermuten.

Die einzelnen Folgen sind recht unterhaltsam aber erst nach vier, fünf Folgen (mit Abstand die bisher beste Folge) kann man eine übergeordnete Handlung erkennen und wie sich die einzelnen Versatzstücke zusammenfügen könnten. Insbesondere wenn man die Hintergrundgeschichte zwischen Vanessa und der Familie Murray erfährt. Nicht unbedingt etwas für zartbesaitete Serienfreunde.

Dies gilt im Übrigen für die gesamte Serie oder zumindest das, was ich bisher gesehen habe. Die Szenen geizen nicht vor schauspielerischen und cineastischen Feinheiten aus dem Horrorgefilde. Und das macht „Penny Dreadful“ eigentlich ganz unterhaltsam, leider verschwindet des Öfteren das eigentliche Bild (die Handlung) unter dem Rahmen (das Drumherum).

Für Freunde des Horrorgenres, für Freunde von okkulten Dingen und besessenen Menschen, für das Mysteriöse zwischen den Welten ist dies durchaus eine vernünftige Wahl für eine gepflegte Abendunterhaltung. Für mich jetzt eher weniger – daher auch keine echte Empfehlung.

Aber reingeschaut sollte man haben.

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